Elektronische Datenverarbeitung

Trotz der irrsinnig hohen Kosten (die am Ende noch wesentlich höher wurden, als eingeplant), fiel die Entscheidung für eine EDV. Zur Debatte standen die Fabrikate Nixdorf, Kienzle, Olivetti, Commodore – und CTM (Computer Technik Müller in Konstanz). Ich hatte die Möglichkeit, diese verschiedenen Fabrikate im Einsatz bei mittelständischen Firmen sowie größeren Handwerksbetrieben zu besichtigen. Die Anlagen waren noch nirgends lange im Betrieb und es mangelte an praktischen Erfahrungen.
Ich entschied mich letztendlich für das teuerste Fabrikat: CTM. Es war zum Einen das schnellste, weil jeder Bildarbeitsplatz (BAP) einen eigenen Rechner hatte. Und außerdem stand ein solches Fabrikat bereits in Isny, wodurch ich mir beim Service Vorteile versprach. In unserem Gebiet wurde CTM von der Büroorganisation Bürkle in Reutlingen betreut.
Die Hardware war schnell ausgesucht: Ich benötigte eine Zentraleinheit mit Laufwerk, Bildschirm, Tastatur, sowie vier »BAPs«. Für die Zentraleinheit wurde ein getrennter Raum notwendig, worin der Fußboden mit einer Kupferfolie isoliert werden musste! Bei der Software war es schwieriger: Das System war nur mit einem Schreib- und einem Fakturierungs-, sowie einem Lagerwirtschaftssystem ausgerüstet, wie die Fabrikate der Wettbewerber auch. Für alles andere mussten extra Programme geschrieben werden – das waren für meine Firma eine ganze Menge. Als der Programmierer kam, Herr Vanek von der Firma Bürkle, setzten wir uns zusammen, um über die für mich geeignete Konstellation zu sprechen. Wir, das waren Herr Bayer vom Verkauf, Herr Hörman als Leiter der Endmontage und Frau Merk, die ich eigens für die Betreuung der EDV eingestellt hatte sowie Herr Vanek und ich. Herr Vanek, ein lustiger Österreicher mit einer hervorragenden Auffassungsgabe, erklärte uns die Möglichkeiten der EDV. Ich schilderte ihm die betrieblichen Abläufe, die er rasch erkannte, nur manchmal stellte er kurze Zwischenfragen. Er fand immer pragmatische Lösungen für die notwendigen Programme. Leider sollte er später zwei freiberufliche Mitarbeiter beschäftigen, die zwar nach seinen Vorgaben programmierten, aber das genaue Gegenteil von ihm waren.
Ich kann mich noch genau erinnern, dass es Herrn Vanek Spaß machte, für mich zu arbeiten. Er meinte, ich sei der Idealfall, um neu anzufangen. Ich habe keine vorbereiteten Daten, kein Nummernsystem, einfach gar nichts: »Das ist für einen Programmierer eine grüne Spielwiese ohne Hindernisse«.

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